26.07 - 31.07.2016

Barmherzigkeitsrosenkran


** Das Gnadenbild des Barmherzigen Jesus **




Anfangs wurde die Andacht zur Barmherzigkeit Gottes nach dem Vorbild anderer Andachten verbreitet, in denen Litaneien, Rosenkränze und Novene beliebt waren. In dieser Form popularisierte der Wilnaer Beichtvater der Schwester Faustina, der sel. Prof. Michał Sopoćko diese Andacht. Das theologische Fundament für diese Andacht in den Formen, die durch die hl. Schwester Faustina übermittelt wurden, legte erst der Theologieprofessor Ignacy Różycki, der für die Notwendigkeiten des Seligsprechungsprozesses der Apostelin der Barmherzigkeit Gottes eine vollständige Analyse ihres „Tagebuchs“ vornahm. Aus ihr geht hervor, dass das Wesen dieser Andacht eine Haltung des Vertrauens gegenüber Gott ist, die eine biblische Haltung des Glauben, des Vertrauens auf Gott ist, was in der Praxis die Erfüllung Seines Willens, wie er in den Geboten, Standespflichten, Seligpreisungen und evangelischen Räten oder auch den erkannten Eingebungen des Heiligen Geistes enthalten ist. Die zweite wesentliche Bedingung dieser Andacht ist die Haltung der Barmherzigkeit gegenüber den Nächsten, die bewirkt, dass die Andacht zur Barmherzigkeit Gottes nicht bloße Devotion ist, sondern die Gestaltung einer evangelischen Haltung tätiger Liebe gegenüber den Mitmenschen im eigenen Inneren erfordert. Erst auf dieses Fundament – des Vertrauens gegenüber Gott und der Barmherzigkeit gegenüber den Nächsten – gründen sich die neuen Kultformen, die Jesus der Schwester Faustina übermittelte. Dazu gehören: das Bild Christi mit der Unterschrift Jesus, ich vertraue auf Dich, das Fest der Barmherzigkeit am ersten Sonntag nach Ostern, der Rosenkranz zur Barmherzigkeit Gottes, die Stunde der Barmherzigkeit und das Verbreiten der Ehre der Barmherzigkeit. Das Kriterium, dass die neuen Kultformen von anderen, im „Tagebuch“ der hl. Schwester Faustina notierten Gebeten unterscheidet, sind die Versprechen, die Jesus allen gab, die sie praktizieren werden, nicht nur Schwester Faustina, wie dies bei dem Akt „O Blut und Wasser“ oder bei der Novene zur Barmherzigkeit Gottes der Fall ist. Die Bedingung dafür, in diese großen Versprechen nutzen zu können, ist das Praktizieren dieser Kultformen in Übereinstimmung mit dem Geist der Andacht, also in einer Haltung des Vertrauens auf Gott und der Barmherzigkeit gegenüber den Nächsten.

Das Fest der Barmherzigkeit


Das Fest der Barmherzigkeit wird am ersten Sonntag nach Ostern begangen, also am 2. Ostersonntag, der zurzeit als Sonntag der Barmherzigkeit Gottes bezeichnet wird. Zuerst nahm es Franciszek Kard. Macharski in den liturgischen Kalender für die Erzdiözese Krakau auf (1985), später einige polnische Bischöfe in ihren Diözesen. Auf Bitten der polnischen Bischofskonferenz führte der Heilige Vater Johannes Paul II. dieses Fest für alle Diözesen in Polen ein. Am Tag der Heiligsprechung der Schwester Faustina am 30. April 2000 verkündete der Papst dieses Fest für die ganze Kirche.


Die Anregung für dieses Fest war das Verlangen Jesu, das Schwester Faustina übermittelte. Jesus sprach zu ihr: Ich wünsche, dass der erste Sonntag nach Ostern zum Fest der Barmherzigkeit wird (TB 299). Ich wünsche, dass das Fest der Barmherzigkeit Zuflucht und Unterschlupf für alle Seelen wird, besonders für die armen Sünder. An diesem Tag ist das Innere Meiner Barmherzigkeit geöffnet; Ich ergieße ein ganzes Meer von Gnaden über jene Seelen, die sich der Quelle Meiner Barmherzigkeit nähern. Jene Seele, die beichtet und die heilige Kommunion empfängt, erhält vollkommenen Nachlass der Schuld und der Strafen; an diesem Tag stehen alle Schleusen Gottes offen, durch die Gnaden fließen (TB 699). In vielen Offenbarungen bestimmte Jesus nicht nur den Platz des Festes im liturgischen Kalender der Kirche, sondern auch den Beweggrund und den Zweck seiner Einsetzung, die Art und Weise seiner Vorbereitung und Begehung und knüpfte große Versprechen daran. Das größte ist die Gnade eines „vollkommenen Nachlasses der Schuld und der Strafen, die an die an diesem Tag nach einer guten Beichte (ohne Anhänglichkeit an die geringste Sünde) empfangene heilige Kommunion geknüpft ist, im Geist der Andacht an die Barmherzigkeit Gottes, also mit einer Haltung des Vertrauens gegenüber Gott und tätiger Nächstenliebe. Es ist dies – wie der Prof. Ignacy Różycki erklärt – eine größere Gnade als ein vollkommener Nachlass. Dieser beruht nämlich nur auf der Erlassung der irdischen Strafen, die für begangene Sünden gebühren, ist aber nie ein Erlassen der Schuld selbst. Diese ganz besondere Gnade ist grundsätzlich auch größer als die Gnaden der sechs Sakramente mit Ausnahme des Sakraments der Taufe: die Erlassung aller Schuld und Strafen ist nämlich nur eine sakramentale Gnade der heiligen Taufe. In den angeführten Versprechen knüpfte Christus den Nachlass der Schuld und Strafen mit der heiligen Kommunion, die am Fest der Barmherzigkeit empfangen wird, Er erhob sie in dieser Hinsicht zu einer „zweiten Taufe“. Der Vorbereitung auf dieses Fest soll eine Novene dienen, die darin besteht, neun Tage lang, beginnend mit Karfreitag, den Rosenkranz an die Barmherzigkeit Gottes zu beten. Das Fest Meiner Barmherzigkeit [kam] aus [Meinem] Inneren (…), zum Trost der ganzen Welt (TB 1517) – sprach Jesus zur Schwester Faustina.

Die Stunde der Barmherzigkeit


Die Stunde des Todes Jesu, 3 Uhr nachmittags, ist eine begünstigte Zeit in der Andacht zur Barmherzigkeit Gottes. In dieser Stunde stehen wir im Geiste unter dem Kreuz Christi, um durch die Verdienste Seines Leidens das Erbarmen über uns selbst und über die ganzen Welt zu erflehen. Um drei Uhr – sprach Jesus zu Schwester Faustina – flehe Meine Barmherzigkeit an, besonders für die Sünder. Vertiefe dich wenigstens kurz in Mein Leiden, vor allem in Meine Verlassenheit während des Sterbens. Das ist die Stunde der großen Barmherzigkeit für die Welt ( TB 1320). Man muss es hier sofort erklären: es geht hier nicht um eine volle Stunde (60 Minuten), sondern um den Augenblick des Sterbens Jesu am Kreuz, der nach der christlichen Tradition auf 3 Uhr nachmittags gefallen ist.


Jesus gab keine konkrete Gebetsformulierung, die um 15.00 Uhr gebetet werden soll, Er sagte nur, dass man den Kreuzweg abhalten kann, das Allerheiligste Altarsakrament aufsuchen, oder falls es die Zeit nicht erlaubt, an dem Ort, wo man gerade ist, sich kurz mit dem sterbenden Jesus verei- nigen könne. Der Gegenstand des Gebets ist das Geheimnis des Leidens Christi. Das Gebet in der Stunde der Barmherzigkeit soll bestimmte Bedingungen erfüllen: man soll um drei Uhr nachmittags beten (wenn die Uhr die dritte Stunde schlägt), es muss direkt an Jesus gerichtet sein, in unseren Bitten sollen wir uns auf die Werte und Verdienste des Leidens Jesu berufen.


In der allgemeinen Praxis und in Publikationen wird oft wiederholt, dass man um 3 Uhr den Rosenkranz zur Barmherzigkeit Gottes beten solle und dass der um diese Zeit gesprochene Rosenkranz eine besondere Macht besitze. So eine Denkweise folgt daraus, dass die Andacht an die Barmherzigkeit Gottes in den von Schwester Faustina übermittelten Formen nicht bekannt genug ist und wahrscheinlich auch daraus, dass der Rosenkranz eine fertige Gebetsformel ist. Das Gebet in der Stunde der Barmherzigkeit ist aber eine eigene Kultform der Barmherzigkeit Gottes, mit der Jesus ein bestimmtes Versprechen verbunden hat sowie ihre Praxis. Nirgendwo sagte Er, dass man in dieser Stunde den Rosenkranz zur Barmherzigkeit Gottes beten soll. Natürlich darf man den Barmherzigkeitsrosenkranz um 3 Uhr nachmittags beten so wie um jede Tagoder Nachtstunde, nur dann beten wir nicht in der Stunde der Barmherzigkeit (wir beten dann den Rosenkranz). Der Rosenkranz zur Barmherzigkeit Gottes darf nicht das Gebet in der Stunde der Barmherzigkeit sein, weil er an Gottvater gerichtet ist (Ewiger Vater, ich opfere Dir auf…), und das Gebet in der Stunde der Barmherzigkeit soll direkt an Jesus gerichtet sein.


Das systematische Praktizieren des Gebet in der Stunde der Barmherzigkeit führt zu einem persönlichen, unmittelbaren Kontakt mit Jesus, denn es ordnet an, Seine im Leiden geoffenbarte Barmherzigkeit zu erwägen und sich in unmittelbarer Weise an Ihn zu wenden, wie an eine nahe stehende Personen und für die Verdienste Seines Leiden um Gnaden für sich selbst und für die Welt zu bitten. Von uns hängt es ab, ob wir um drei Uhr nachmittags das Gebet in der Stunde der Barmherzigkeit praktizieren oder den Rosenkranz zur Barmherzigkeit Gottes sprechen wollen. Bei der Übermittlung der Andacht zur Barmherzigkeit Gottes und ihrer Praxis muss dies klargestellt werden und der Rosenkranz darf nicht mit der Stunde der Barmherzigkeit vermischt werden.

www.faustyna.pl


Am Anfang:
Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung sondern erlöse uns von dem Bösen. Amen.

Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir. Du bist gebenedeit unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus. Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen.

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde, und an Jesus Christus, Seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten. Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige katholische Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und an das ewige Leben. Amen.

Große Perlen (1x):
Ewiger Vater, ich opfere Dir auf den Leib und das Blut, die Seele und die Gottheit Deines über alles geliebten Sohnes,
unseres Herrn Jesus Christus, zur Sühne für unsere Sünden und die Sünden der ganzen Welt.

Kleine Perlen (10x):
Durch Sein schmerzhaftes Leiden
habe Erbarmen mit uns und mit der ganzen Welt.

Zum Schluss (3x):
Heiliger Gott, heiliger starker Gott, heiliger unsterblicher Gott, habe Erbarmen mit uns und mit der ganzen Welt.

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