26.07 - 31.07.2016

Patrone des WJT

  • Św. Jan Paweł II
  • Św. siostra Faustyna
Die beiden Heiligen, Schwester Faustyna und Johannes Paul II., sind Patrone des Weltjugendtages in Krakau. Als der 18-Jährige Karol Wyjtyła im Sommer 1938 nach Krakau gekommen ist, um sein Studium an der Jagiellonen-Universität aufzunehmen, lebte die 33-Jährige Faustyna im Kloster in Krakau. Sie verstarb am 5. Oktober, als Karol mit dem ersten Semester an der Fakultät für Polonistik startete. Sie haben sich nicht getroffen, doch die göttliche Vorsehung hat ihre Schicksäle auf eine besondere Weise miteinander verbunden: Johannes Paul II. hat Schwester Faustyna heiliggesprochen und in der ganzen Kirche das Fest der Barmherzigkeit Gottes eingeführt.

Diese beiden Heiligen aus Krakau – die Apostel der Barmherzigkeit Gottes – übernehmen das Patronat für den WJT 2016. Ihr Leben ist für uns ein Vorbild des tiefen Vertrauens auf die göttlichen Barmherzigkeit, das in den Worten „Jesu, ich vertraue auf Dich“ ausgedrückt wird.

Am Tag der Inauguration seines Pontifikats, während seiner ersten Ansprache vom Fenster des Apostolischen Palastes vor dem Angelusgebet, hat Johannes Paul II einen inständigen Appell an die Jugendlichen gerichtet: "Ihr seid die Zukunft der Welt! "Ihr seid die Hoffnung der Kirche! "Ihr seid meine Hoffnung!" Eine enorme Bedeutung für den Papst hatten die Begegnungen mit den Jugendlichen. Er war der Initiator und Urheber der Weltjugendtage.


Hl. Johannes Paul II.

Kraków und Kleinpolen sind die Heimatstätten von Karol Wojtyła - Papst Johannes Paul II. Von hier aus machte er sich auf den Weg zum Konklave und hierher kehrte er am liebsten in seinen Erinnerungen während der Besuche im Heimatland: "Hier, in diesem Land bin ich geboren. Hier, in Kraków, habe ich den Großteil meines Lebens verbracht (...) Hier auch habe ich die Gnade der Berufung zum priesterlichen Dienst erfahren (...). Hier auch, in der Wawel-Kathedrale wurde mir die Bischofsweihe erteilt" ” – erinnerte er.

Der Papst Johannes Paul II
kam aus Kleinpolen, hier ist er großgeworden, in die Schule gegangen, hier war er als Kaplan und Bischof tätig bis er am 16. Oktober 1978zum Papst gewählt wurde. Wadowice, Niegowić, Kraków, Kalwaria Zebrzydowska, Zakopane - mit diesen Orten war sein Leben verbunden, hier entwickelte er sich zum Menschen, Künstler und zuallerletzt zu einem außergewöhnlichen Seelsorger.

Karol Wojtyła
wurde am 18. Mai 1920 in Wadowice geboren. Hier besuchte er ein Gymnasium. 1938 siedelte er zusammen mit seinem Vater nach Kraków über, wo er Polnische Literatur an der Jagellonen-Universität studierte. Im Jahre 1942 trat er ins geheime Priesterseminar der Erzdiözese in Kraków, und am 1. November 1946 empfing er die Priesterweihe. Dann fuhr er nach Rom, wo er sein Studium bis 1948 fortsetzte. In demselben Jahr, nach seiner Rückkehr in das Heimatland, wurde er für sieben Monate in eine kleine Gemeinde in Niegowić bei Kraków geschickt. Anschließend war er einer der Pioniere der "touristischen" Seelsorge für die Jugend in der Hl. Florian-Gemeinde in Kraków; er wanderte im Gebirge und machte Kajakfahrten mit Jugendlichen.

Karol Wojtyła, die Fähigkeit mit jungen Leuten zu kommunizieren, und seine Predigte waren für viele verlockend. Sehr schnell hat sich um ihn eine Gruppe gebildet, die nicht nur an Liturgien (um 6 Uhr morgens!) teilnahm, sondern auch Namenstage feierte und Ausflüge machte. Der Onkel, so wurde Priester Karol genannt, hat sie immer begleitet. Mit der Zeit entwickelten sich die kleinen Ausflüge außerhalb der Stadt zu größeren Touren in die Beskiden, oder Kajaktouren nach Masuren. Solche Reisen waren damals voll neuartig. Es geht darum, über alles sprechen zu können, über Filme, Bücher, über Berufsarbeit, über wissenschaftliche Untersuchungen und eine Jazz-Band, aber richtig" –erklärte Priester Wojtyła.



Schon als Metropolit von Kraków wusste Karol Wojtyła die von Priester Franciszek Blachnicki 1969 gegründete Jugendbewegung „Światło i Życie” (Licht und Leben) zu schätzen. Die religiöse Formung der Jugend, die sich auf Sommerlagern, genannt Oasen, vollzog, erregte Unruhe bei der kommunistischen Macht. Schikanen und Verfolgung fingen an. Viele Bischöfe, um die Kirche keiner Gefahr auszusetzen, haben sich von der Bewegung des Priesters Blachnicki distanziert. Erst als Kardinal Wojtyła die Oasen als eine der Maßnahmen der seelsorglichen Arbeit der Erzdiözese in Kraków mit einbezogen hat, konnten sie sich dynamisch entwickeln. Zur Zeit Kardinals Wojtyła erlebte auch die akademische Seelsorge in Kraków eine rasche Entwicklung. Der Metropolit besuchte sehr oft Studententreffen, führte Besinnungstage durch. Sehr oft informierte er niemand, kam einfach und setzte sich im Beichtstuhl während der Besinnungstage, unterstützte die Seelsorge auch finanziell, inoffiziell. Das Geld wurde vor allem zur Finanzierung der Sommerlager bestimmt. Nicht zu selten wurden auch die ärmsten Studenten unterstützt. Nach dem Tod von Johannes Paul I im September 1978 wurde am 16. Oktober 1978, zum ersten Mal seit 456 Jahren ein nicht-italienischer Papst aus Polen gewählt. Das Pontifikat von Johannes Paul II war außergewöhnlich.

Am Tag der Inauguration seines Pontifikats, während seiner ersten Ansprache vom Fenster des Apostolischen Palastes vor dem Angelusgebet, hat Johannes Paul II einen inständigen Appell an die Jugendlichen gerichtet: "Ihr seid die Zukunft der Welt! "Ihr seid die Hoffnung der Kirche! "Ihr seid meine Hoffnung!" Eine enorme Bedeutung für den Papst hatten die Begegnungen mit den Jugendlichen. Er war der Initiator und Urheber der Weltjugendtage.

Sein Heimatland hat Johannes Paul II neun Male besucht: 1979, 1983, 1987, 1991, 1995, 1997, 1999. Das letzte Mal war Johannes Paul II in Polen im August 2002. Und jedes Mal traf er sich mit den polnischen Jugendlichen u.a. an dem berühmten Papstfenster in Kraków, in der Franciszkańska-Straße 3.


Hl. Schwester Faustyna

Helena Kowalska – war ein gewöhnliches Mädchen mit dem gewöhnlichsten aller polnischen Namen. Kann man aber überhaupt über eine andere Person sagen, dass sie “gewöhnlich” sei? Oder benutzen wir nur dieses Wort, um Andere so zu klassifizieren? Helena, die niemals versuchte, irgendjemandem irgendetwas zu beweisen, zeigte der Welt, welch großartiges Potential in „gewöhnlichen“ Menschen verborgen liegt. Es liegt allein an ihnen, ob sie dieses nutzen oder nicht.

Das sommersprossige, durchschnittlich große und sehr frohe Mädchen mit den schönen rot-blonden Haaren verließ im Alter von 16 Jahren ihr Heimatdorf und fuhr in die Stadt, wo sie eine Stelle als Haushaltshilfe antrat. Bald darauf bat sie ihre Eltern um Erlaubnis, ins Kloster eintreten zu dürfen, doch sie stieß jedes Mal auf das Verbot ihrer Eltern. Erst nach einem außergewöhnlichen Ereignis während einer Party, als sie zum ersten Mal Christus sah, entschied sie sich, der Stimme ihres Herzens entschlossen zu folgen.

Schwester Faustina – diesen Namen erhielt sie in der Kongregation der Schwestern der Muttergottes der Barmherzigkeit, in die sie im Alter von 20 Jahren eintrat. Sie wusste sicherlich nicht, dass ihr Name „glücklich“ bedeutet (lat. faustus), also das ausdrückte, wie sie von ihren Mitschwestern erlebt wurde: froh und lächelnd, als ob sie ihr Glück mit allen teilen wollte. Wer hätte gedacht, dass man glücklich sein und lächeln kann, auch wenn man leidet!? Und dennoch… bereitete Jesus sie durch ihre schmerzhaften geistigen Erfahrungen auf eine große Mission vor, die sie in einem sehr jungen Alter wahrnehmen sollte. Zunächst musste sie aber die barmherzige Liebe Gottes kennenlernen. Sie musste auch lernen, Jesus gerade in den schwierigen Situationen zu vertrauen und ihr Leben im Geiste der Nächstenliebe gegenüber den Mitmenschen zu gestalten vor denen sich unser Wesen sträubt. Derart vorbereitet, konnte sie Gottes Barmherzigkeit überzeugend verkünden. Um der ihr anvertrauten Mission ordnungsgemäß zu folgen, wurden Schwester Faustina außergewöhnliche Gnaden Gottes zuteil: Sie konnte Jesus sehen, mit Ihm sprechen und an den Ereignissen seines Lebens teilhaben. Zudem blickte sie über die Dimension der zeitlichen Welt hinaus und sah sowohl die Realität des Himmels als auch die der Hölle.



Dies ist nur der Anfang einer langen Liste der außergewöhnlichen Gnaden. Als Jesus ihr diese einzigartige Mission anvertraute, sagte Er: „Heute sende ich dich zu der ganzen Menschheit mit Meiner Barmherzigkeit.“ (Tagebuch 1588). Er gab ihr die Aufgabe, der Welt Seine barmherzige Liebe in Erinnerung zu rufen und sie zu verkündigen: durch ihr eigenes Leben, ihre Gebete, Worte und Taten. Die Worte Jesu, die sie in Ihrem Tagebuch niederschrieb, sollten ein Licht und ein Trost für die nächsten Generationen sein, die das Antlitz Gottes als des liebenden Vaters entdecken werden. Das Bild mit der Unterschrift: “Jesus, ich vertraue auf Dich” wurde zum sichtbaren Zeichen dieser Botschaft. Jesus beauftragte mit der Verkündigung der Göttlichen Barmherzigkeit also eine Ordensschwester, die in der Klosterküche, im Garten und an der Klosterpforte arbeitete… Sie wusste, dass diese Aufgabe Ihre eigenen Kräfte unendlich überstieg. Glücklicherweise wusste sie auch, dass Er, der sie darum bittet auf diesem Weg zu gehen, immer nahe ist und sie nie verlassen wird, weil Er sie sehr liebt. Sie vertraute also darauf, dass Er sie führen werde und dass das Unmögliche zu der Zeit und auf diese Weise möglich wird, die Er für die beste hält. Einmal hörte sie Ihn sagen: „Solche Seelen wie deine suche und verlange ich, aber es sind nur wenige. Dein großes Vertrauen zu Mir zwingt Mich, dir unentwegt Gnaden zu verleihen. Du hast ein großes und unbegreifliches Anrecht auf Mein Herz, weil du eine Tochter voller Vertrauen bist.“ (Tagebuch 718).

Im jungen Alter von 33 Jahren verstarb Schwester Faustina in Krakau, glücklich…

Die heilige Faustina ist als die Apostelin der Göttlichen Barmherzigkeit und auch als die Autorin des in mehr als 30 Sprachen übersetzten Bestsellers mit dem einfachen Titel: Das Tagebuch weltweit bekannt. Um die meistgelesene polnische Schriftstellerin zu werden, genügten ihr Grundkenntnisse im Lesen und Schreiben und, was weitaus schwieriger war, das vollkommene Vertrauen in Gott.

Papst Johannes Paul II. setzte ihre Mission dann fort. Am 30. April 2000 erklärte er sie nicht nur zur Heiligen, sondern erfüllte auch Jesu Wunsch, indem er den Sonntag der Göttlichen Barmherzigkeit in die ganze Kirche einführte. Er sagte damals: “Meine Freude ist fürwahr groß, der ganzen Kirche heute das Lebenszeugnis von Schwester Faustina Kowalska gewissermaßen als Geschenk Gottes an unsere Zeit vorzustellen (...) Die Heiligsprechung von Schwester Faustina ist außerordentlich bedeutsam: durch diese Geste möchte ich heute dem neuen Jahrtausend diese Botschaft übermitteln. Ich übergebe sie allen, damit sie lernen, immer besser das wahre Antlitz Gottes und das wahre Antlitz der Brüder zu erkennen“.

Mehr Informationen

Sr. Gaudia Skass, ZMBM

Diese Website verwendet Cookies. Bei Ihrem Aufenthalt auf dieser Website, erklären Sie sich mit dem Einsatz von Cookies.

Bestätigen